Die Gezeiten folgen dem Mond, nicht der Uhr
Zwischen zwei Hochwassern an einem Ort liegen laut BSH im Mittel 12 Stunden und 25 Minuten. Dieses Intervall entspricht einem halben mittleren Mondtag, also der halben Zeit, bis der Mond wieder genau im Süden am Himmel steht.
Zwei Tiden dauern damit im Mittel 24 Stunden und 50 Minuten, rund 50 Minuten länger als ein Kalendertag. Deshalb rutschen Hoch- und Niedrigwasser von Tag zu Tag nach hinten.
Rund 50 Minuten pro Tag, aber nicht immer genau
Die 50 Minuten sind ein Mittelwert. Im Laufe des halben Monats schwankt die Verschiebung: In manchen Wochen sind es nur rund 30 Minuten pro Tag, in anderen deutlich mehr. Für Cuxhaven etwa lagen die Hochwasser in der Woche ab dem 11. Oktober 2026 bei 02:13, 02:48, 03:19 und 03:49 Uhr, jeweils gut eine halbe Stunde später als am Vortag.
Für genaue Planung solltest du deshalb nicht selbst hochrechnen, sondern die Zeiten für den jeweiligen Tag nachsehen. Der Gezeitenkalender für jeden Ort in der Gezeitenkarte zeigt die Hoch- und Niedrigwasser der kommenden Tage nebeneinander.
Auch der Ort verschiebt die Zeiten
Die Gezeitenwelle kommt aus dem Atlantik und erreicht die Orte an der deutschen Nordseeküste nacheinander. Das BSH nennt ein Beispiel: Hochwasser tritt in Borkum ungefähr zwei Stunden früher ein als in Cuxhaven. Wer zwischen Inseln und Festland oder in eine Flussmündung fährt, sollte die Zeiten für den Zielort verwenden.
Häufige Fragen
Wie viel später kommt die Flut jeden Tag?
Im Mittel rund 50 Minuten, weil zwei Tiden zusammen etwa 24 Stunden und 50 Minuten dauern. Je nach Woche kann die Verschiebung kleiner oder größer ausfallen.
Gibt es jeden Tag zweimal Hochwasser?
An der Nordseeküste meist ja. Weil sich die Zeiten verschieben, kann ein Kalendertag aber auch nur ein Hochwasser oder ein Niedrigwasser enthalten, wenn das zweite schon nach Mitternacht liegt.