Kurz gesagt
- Schlickwatt besteht zu mehr als der Hälfte aus feinsten Teilchen, Ton und Schluff. Es bildet sich, wo das Wasser kaum strömt, etwa direkt vor den Deichen und in ruhigen Buchten.
- Sandwatt liegt dort, wo Wellen und Strömung kräftig sind, und ist meist fest. Mischwatt liegt dazwischen.
- Im Schlick sinkt man ein, jeder Schritt kostet Kraft und Zeit. Ins Watt geht man deshalb mit einer geführten Wattwanderung.
Wie die drei Wattarten entstehen
Mit jeder Flut bringt das Wasser Sand und Schlick ins Watt. Was liegen bleibt, hängt davon ab, wie stark es dort strömt. Schwere Sandkörner sinken schon in bewegtem Wasser zu Boden, so entsteht Sandwatt. Wo das Wasser ruhiger ist, bildet sich Mischwatt aus Sand, Ton und organischen Resten. Direkt vor den Deichen und in Buchten, in denen das Wasser lange still steht, setzen sich auch die feinsten Teilchen ab. Das ist Schlickwatt.
Unterschieden werden die Wattarten nach dem Anteil an Ton und Schluff, also an Teilchen unter 0,063 Millimetern. Im Sandwatt sind es weniger als 10 Prozent, im Mischwatt 10 bis 50 Prozent, im Schlickwatt mehr als die Hälfte.
So erkennst du Schlickwatt
Schlickwatt ist weich und dunkel, der Boden gibt unter den Füßen nach. Sandwatt ist heller und meist so fest, dass man gut darauf laufen kann.
Dunkel ist der Schlick, weil ihm Sauerstoff fehlt. Schon wenige Millimeter bis Zentimeter unter der Oberfläche gibt es keinen mehr. Dort bauen Bakterien abgestorbene Pflanzen und Tiere ohne Sauerstoff ab. Dabei entstehen schwarzes Eisensulfid und Schwefelwasserstoff, der nach faulen Eiern riecht. Wer einmal tief im Schlick stand, kennt den Geruch.
Wer im Schlick lebt
Der dunkle Boden ist voller Leben. Auf einem Quadratmeter Watt leben Millionen Kieselalgen und Tausende kleiner Krebse, Muscheln, Schnecken und Würmer. Die Kieselalgen überziehen den Boden mit einem bräunlichen, glitschigen Film und halten den Schlick zusammen, ohne sie gäbe es kein Schlickwatt. Von ihnen lebt zum Beispiel die Wattschnecke.
Im Mischwatt fühlen sich Herzmuschel und Sandklaffmuschel besonders wohl. Eine Etage tiefer, in etwa 30 Zentimetern, wohnt der Wattwurm, der die bekannten Sandhäufchen hinterlässt. Für Vögel ist das Watt ein gedeckter Tisch: Im Frühjahr und Herbst rasten dort gut zehn Millionen Zugvögel.
Was das für einen Wattspaziergang heißt
Im Schlickwatt sinkt man ein, jeder Schritt kostet Kraft und Zeit. Zusammen mit Prielen und der zurückkehrenden Flut ist das ohne Ortskenntnis gefährlich.
Die Nationalparkverwaltung rät, nur mit erfahrenen, qualifizierten Wattführerinnen und Wattführern ins Watt zu gehen. Die Tour sollte nach dem örtlichen Tidekalender so geplant sein, dass sie zum Niedrigwasser beendet ist. Ob in Gummistiefeln, Turnschuhen oder barfuß gelaufen wird, sprichst du mit der Wattführung ab. Die Zeiten für deinen Ort stehen im Gezeitenkalender.
Schlickwatt ist das weiche, dunkle Watt vor den Deichen und in ruhigen Buchten. Es entsteht, wo sich die feinsten Teilchen absetzen, und steckt voller Leben. Betreten solltest du es nur mit Wattführung.
Tide für deinen Ort ansehenHäufige Fragen
Was ist Schlickwatt?
Watt, das zu mehr als der Hälfte aus feinsten Teilchen besteht, aus Ton und Schluff. Es bildet sich, wo das Wasser kaum strömt, vor allem direkt vor den Deichen und in geschützten Buchten.
Warum riecht Schlick nach faulen Eiern?
Wenige Millimeter bis Zentimeter unter der Oberfläche fehlt Sauerstoff. Bakterien bauen dort abgestorbenes Material ohne Sauerstoff ab. Dabei entstehen schwarzes Eisensulfid und Schwefelwasserstoff, der nach faulen Eiern riecht.
Was ist der Unterschied zwischen Sandwatt und Schlickwatt?
Sandwatt entsteht bei kräftiger Strömung, hat weniger als 10 Prozent feine Teilchen und ist meist fest. Schlickwatt entsteht in ruhigem Wasser, besteht zu über 50 Prozent aus feinen Teilchen und ist weich.