Was ist das Watt?
Das Watt ist der Meeresboden an der Küste, der laut Nationalpark Wattenmeer zweimal am Tag trockenfällt und wieder überflutet wird. Mit jeder Tide wird Material an einer Stelle abgetragen und an anderer Stelle wieder abgelagert, deshalb sieht das Watt jeden Tag ein wenig anders aus.
Je nachdem, wie ruhig das Wasser ist, entstehen unterschiedliche Böden. In ruhigen, geschützten Bereichen sinken feine Teilchen ab und bilden das weiche, oft dunkle Schlickwatt. Wo das Wasser bewegter ist, bleiben gröbere Körner liegen: Misch- und Sandwatt sind fest und gut begehbar.
Priele: die Wasserläufe im Watt
Priele sind Wasserläufe, die sich durch das Watt bis in die Salzwiesen ziehen. Bei Ebbe fließt das Wasser durch sie Richtung Nordsee ab, bei Flut strömt es wieder herein. Weil Priele auch bei Ebbe Wasser führen, warten dort Garnelen und Fische auf die nächste Flut.
Für Wanderer sind Priele die größte Falle. Der Nationalpark warnt: Sie sehen oft aus wie kleine Rinnsale, füllen sich bei Flut aber zu reißenden Gewässern, die auf dem Rückweg nicht mehr zu überqueren sind. Deshalb gilt: keine Priele überqueren und nicht ohne Wattführerin oder Wattführer weit ins Watt hinauslaufen.
Wer im Watt lebt
Auf den ersten Blick wirkt das Watt leer, doch der Boden ist voller Leben. Auf einem Quadratmeter Wattboden leben laut Nationalpark Millionen Kieselalgen, Tausende winzige Krebse und viele Muscheln, Schnecken und Würmer. Insgesamt beherbergt das Wattenmeer rund 10.000 Tier- und Pflanzenarten.
Fünf typische Bewohner nennt der Nationalpark die „Small Five“: den Wattwurm, der Sand frisst und die bekannten „Spaghettihäufchen“ hinterlässt; die Herzmuschel, die häufigste Muschel des Wattenmeers; die Strandkrabbe, die bei Ebbe vor den Möwen in Deckung geht; die Wattschnecke, von der bis zu 200.000 auf einem Quadratmeter leben können; und die Nordseegarnele, die als „Krabbe“ im Krabbenbrötchen bekannt ist.
Von diesem Nahrungsangebot leben unzählige Vögel: Im Laufe eines Jahres rasten bis zu 10 Millionen Vögel im Wattenmeer, zur Hauptzugzeit im Frühjahr und Herbst rund 6 Millionen gleichzeitig. Auf Sandbänken liegen Seehunde und Kegelrobben, zu denen du sicheren Abstand halten solltest.
Weltnaturerbe und Nationalpark
Das deutsch-dänisch-niederländische Wattenmeer ist seit 2009 UNESCO-Weltnaturerbe. Der deutsche Teil ist als Nationalpark geschützt. Für deinen Besuch heißt das: auf den Wegen bleiben, Tiere nicht stören und die Regeln vor Ort beachten.
Bevor du ins Watt gehst, prüfe in der Gezeitenkarte, wann Hoch- und Niedrigwasser an deinem Ort ist, und schließ dich für längere Touren einer geführten Wattwanderung an.
Das Watt ist zweimal am Tag Meeresboden und zweimal Meer. Genieß es in Strandnähe, überquere keine Priele und geh für längere Touren nur mit Führung hinaus.
Tide für deinen Ort ansehenHäufige Fragen
Wie oft fällt das Watt trocken?
Zweimal am Tag. Zwischen zwei Hochwassern liegen im Mittel 12 Stunden und 25 Minuten, deshalb verschiebt sich die Zeit jeden Tag.
Was sind die Häufchen im Watt?
Das sind die Ausscheidungen des Wattwurms. Er frisst Sand, verdaut die winzigen Nahrungsteilchen darin und hinterlässt den gereinigten Sand als „Spaghettihäufchen“.
Darf ich allein ins Watt gehen?
In Strandnähe ja, mit Blick auf die Tide. Weit hinaus solltest du laut Nationalpark nur mit einer Wattführerin oder einem Wattführer gehen und niemals Priele überqueren.