Gezeit plus Wind
Die Gezeitenvorausberechnung gibt den Wasserstand an, der aufgrund der Astronomie unter mittleren Wetterbedingungen zu erwarten ist. Der tatsächliche Wasserstand kann laut BSH je nach Wetter, etwa bei auf- oder ablandigem Wind, deutlich davon abweichen.
Drückt kräftiger auflandiger Wind das Wasser gegen die Küste, fällt das Hochwasser höher aus als berechnet. Wird es sehr viel höher, spricht man von Sturmflut.
Die drei Klassen an der Nordsee
Das BSH teilt Sturmfluten an der deutschen Nordseeküste, in Emden, Bremen und Hamburg in drei Klassen ein, gemessen über dem mittleren Hochwasser (MHW) des jeweiligen Pegels: Sturmflut bei 1,5 bis 2,5 Metern, schwere Sturmflut bei 2,5 bis 3,5 Metern und sehr schwere Sturmflut bei mehr als 3,5 Metern über MHW.
Für die Ostsee gelten eigene, niedrigere Grenzen in vier Klassen. Die Werte sind also nicht zwischen den Meeren übertragbar.
Vorhersagen und Warnungen nutzen
Das BSH erstellt zusätzlich zur Gezeitenvorausberechnung viermal am Tag eine Wasserstandsvorhersage. In der Gezeitenkarte kannst du zwischen der reinen Gezeit und diesem Wasserstandsmodell umschalten. Bei einer amtlichen Sturmflutwarnung wählt die Anzeige das Modell automatisch und blendet die Warnung ein.
Vor Ort gelten die Hinweise und Sperrungen der Behörden und Gemeinden. Wattwanderungen und Baden sind bei Sturmflutlagen tabu. Der Deutsche Wetterdienst warnt zusätzlich vor Sturm- und Orkanböen; aktive Warnungen für deinen Ort zeigt auch die Gezeitenkarte.
Häufige Fragen
Ab wann ist es eine Sturmflut?
An der deutschen Nordseeküste ab 1,5 Metern über dem mittleren Hochwasser des Pegels. Ab 2,5 Metern spricht das BSH von schwerer, ab 3,5 Metern von sehr schwerer Sturmflut.
Wann gibt es Sturmfluten an der Nordsee?
Vor allem in der Sturmsaison im Herbst und Winter. Die Ereignisberichte des BSH zeigen aber auch Sturmfluten im Sommer, etwa im August 2023 und im August 2024.
Wo finde ich die aktuelle Lage?
Die amtliche Wasserstandsvorhersage und Warnungen veröffentlicht das BSH unter wasserstand.bsh.de. Wetterwarnungen kommen vom Deutschen Wetterdienst.