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Tidenhub an der Nordsee: Wo das Wasser am stärksten steigt

An manchen Orten steigt das Wasser zwischen Niedrig- und Hochwasser um weniger als zwei Meter, an anderen um mehr als vier. Dieser Unterschied heißt Tidenhub.

Aktualisiert am 10. Oktober 2026

Was der Tidenhub misst

Der Tidenhub ist der Höhenunterschied zwischen Hochwasser und Niedrigwasser. Das BSH unterscheidet genauer zwischen Tidenstieg, dem Anstieg vom Niedrig- zum folgenden Hochwasser, und Tidenfall, dem Rückgang danach. Der Tidenhub ist das Mittel aus beiden.

An der deutschen Nordseeküste liegt der Tidenhub laut BSH zwischen ungefähr einem Meter und über vier Metern. Gemessen werden die Wasserstände an über 130 Pegeln entlang der Küste und der tidebeeinflussten Flüsse.

Mittlerer Tidenhub an bekannten Pegeln

Aus den mittleren Hoch- und Niedrigwasserhöhen, die das BSH für jeden Pegel veröffentlicht, ergibt sich ein mittlerer Tidenhub. Für einige Orte (BSH-Pegeldaten, Stand Oktober 2026, gerundet): List auf Sylt etwa 1,8 m, Hörnum auf Sylt 2,0 m, Helgoland 2,3 m, Borkum 2,4 m, Norderney 2,4 m, Wittdün auf Amrum 2,6 m, Cuxhaven 2,9 m, Büsum 3,1 m, Husum 3,5 m, Bremerhaven 3,8 m, Wilhelmshaven 3,8 m, Hamburg St. Pauli 3,8 m und Bremen 4,3 m.

Einzelne Tage weichen davon ab: Bei Springtide ist der Hub größer, bei Nipptide kleiner, und Wind kann Hoch- wie Niedrigwasser zusätzlich verschieben.

Warum der Hub so unterschiedlich ist

Wie die Gezeiten an einem Ort verlaufen, hängt laut BSH neben der Astronomie wesentlich von der Gestalt und Tiefe des Meeres ab. Die Pegeldaten zeigen das deutlich: Von der Elbmündung bis flussaufwärts nimmt der mittlere Hub zu, von 2,9 m in Cuxhaven auf 3,8 m in Hamburg; an der Weser von 3,8 m in Bremerhaven auf 4,3 m in Bremen. An der Küste von Sylt bleibt er unter zwei Metern.

Für Strandbesuche heißt das: Bei großem Tidenhub verändert sich der Strand im Laufe einer Tide stärker, und bei Niedrigwasser liegt oft ein breiter Wattstreifen frei. In der Gezeitenkarte zeigt die Farbe jedes Pegels, wie weit der aktuelle Wasserstand zwischen mittlerem Niedrig- und Hochwasser liegt.

Häufige Fragen

Wo ist der Tidenhub an der deutschen Nordseeküste am größten?

In den Flussmündungen und weiter flussaufwärts, etwa an der Weser bei Bremen mit gut vier Metern im Mittel. An der offenen Küste von Sylt ist er mit unter zwei Metern am kleinsten.

Ist der Tidenhub jeden Tag gleich?

Nein. Er schwankt mit Spring- und Nippzeit im Rhythmus von etwa zwei Wochen und wird zusätzlich durch Wind und Luftdruck beeinflusst.

Quellen

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